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Fakten & Nachweise

Das isorast® Bausystem

Technische Eigenschaften, bauphysikalische Grundlagen und offizielle Nachweise des isorast®-Bausystems – sachlich, präzise, belegbar.

isorast® – Energiebewusste Bausysteme

Was ist isorast?

isorast ist ein massives Bausystem für den Wohn- und Gewerbebau auf Basis einer sogenannten verlorenen Schalung. Dabei werden vorgefertigte Schalungselemente aus expandiertem Polystyrol (EPS) vor Ort zu Wänden zusammengesetzt und anschließend mit Ortbeton verfüllt. Nach dem Aushärten entsteht eine tragende Betonwand mit beidseitig integrierter Wärmedämmung.

Eine zusätzliche Bewehrung wird nur dort eingesetzt, wo sie statisch erforderlich ist, beispielsweise bei tragenden Bauteilen, Stürzen, Ringankern oder im erdberührten Bereich. Die statische Bemessung erfolgt projektbezogen.

Das System wird seit mehreren Jahrzehnten im Massivbau eingesetzt und hat sich insbesondere im Ein- und Mehrfamilienhausbau sowie bei energieeffizienten Gebäuden bewährt. Durch die Kombination aus Tragwerk, Dämmung und einfacher Montage ermöglicht isorast eine wirtschaftliche und zugleich robuste Bauweise.

isorast Kompaktelement mit 37,5 cm Wandstärke aus Neopor mit Hartschaumstegen
isorast Kompaktelement, 37,5 cm Wandstärke

Hintergrund

Geschichte, Marke und Hersteller des isorast-Systems

Geschichte

Seit den 1970er-Jahren

Das isorast-Bausystem geht auf Entwicklungen in den 1970er-Jahren zurück und wurde seitdem technisch weiterentwickelt und in vielen Bauprojekten angewendet. Als geschützte Systembezeichnung steht isorast für ein drucksteckbares Schalungs- und Wandbausystem mit integrierter Wärmedämmung, das sowohl im Wohn- als auch im Gewerbebau genutzt wird.

Marke

isorast-Passivhaus-Produkte GmbH

Als Systemanbieter tritt die isorast-Passivhaus-Produkte GmbH (Taunusstein) auf. Für das System liegen bauaufsichtliche und technische Nachweise vor, u. a. die Europäische Technische Bewertung ETA-07/0210, die auf die isorast-Passivhaus-Produkte GmbH ausgestellt ist.

ETA-07/0210 ansehen (PDF)

Hersteller

Schlaadt Plastics GmbH

Für die Produktion der EPS-Schalungselemente arbeiten Anbieter und Systempartner eng mit der Schlaadt Plastics GmbH zusammen, einem etablierten Hersteller von Formteilen und Zuschnitten aus expandiertem Polystyrol (EPS), Neopor® und weiteren Partikelschaumstoffen.

Datenblatt

Technische Kennwerte und Wandstärken

Das isorast Bausystem ist in verschiedenen Wandstärken erhältlich. Die folgenden Angaben dienen als Überblick typischer Systemvarianten und technischer Eigenschaften. Quelle: Herstellerangaben isorast.

Wandstärke und Dämmwirkung

Wählen Sie eine Wandstärke – so verändert sich der Wärmeverlust der Außenwand (Kompaktelement, Wand ohne Putz).

außen−15 °C innen+20 °C Neopor Beton Neopor 25 cm 5,5 14 5,5 Wärmeverlust
U-Wert
0,26 W/(m²K)
Wärmeverlust bei −15 °C
9,1 Watt pro m² Wand
Wandoberfläche innen
18,8 °C bei +20 °C Raumluft
Im Vergleich
Ausgangswert für den Vergleich
außen−15 °C innen+20 °C Neopor Beton Neopor 31,25 cm 11,75 14 5,5 Wärmeverlust
U-Wert
0,17 W/(m²K)
Wärmeverlust bei −15 °C
6,0 Watt pro m² Wand
Wandoberfläche innen
19,2 °C bei +20 °C Raumluft
Im Vergleich
35 % weniger Wärmeverlust als die 25er Wand
außen−15 °C innen+20 °C Neopor Beton Neopor 37,5 cm 18 14 5,5 Wärmeverlust
U-Wert
0,12 W/(m²K)
Wärmeverlust bei −15 °C
4,2 Watt pro m² Wand
Wandoberfläche innen
19,5 °C bei +20 °C Raumluft
Im Vergleich
54 % weniger Wärmeverlust als die 25er Wand
außen−15 °C innen+20 °C Neopor Beton Neopor 43,75 cm 24,25 14 5,5 Wärmeverlust
U-Wert
0,10 W/(m²K)
Wärmeverlust bei −15 °C
3,5 Watt pro m² Wand
Wandoberfläche innen
19,6 °C bei +20 °C Raumluft
Im Vergleich
62 % weniger Wärmeverlust als die 25er Wand

Schematische Darstellung, Schichtdicken in cm: Innenschale (5,5 cm Neopor) und Betonkern (14 cm) sind bei allen Wandstärken gleich, mit der Wandstärke wächst die Außenschale. Wärmeverlust = U-Wert × 35 K Temperaturunterschied (+20 °C innen, −15 °C außen). Werte laut Herstellerangaben isorast.

Kompaktelement mit Hartschaumsteg

Technische Daten25er31er37er43er
Wandstärke / Breite25 cm31,25 cm37,5 cm43,75 cm
MaterialNeopor der BASF, Raumgewicht 27 g/l (± 10 %), schwer entflammbar
Gewicht pro Element, ca.650 g970 g1.280 g1.590 g
Gewicht der Elemente pro m²3.460 g5.170 g6.820 g8.000 g
Wandgewicht inkl. Normalbeton, ohne Putz295 kg297 kg299 kg300 kg
Wandgewicht inkl. Normalbeton und Putz330 kg332 kg334 kg335 kg
Betonmenge121,5 l/m²
U-Wert W/(m²K), Wand ohne Putz0,260,170,120,10
Wandoberflächentemperatur innen bei +20 °C innen / −15 °C außen18,8 °C19,2 °C19,5 °C19,6 °C
Sommer: Wandoberflächentemperatur innen bei +60 °C Außenwand21,4 °C20,9 °C20,6 °C20,5 °C
Tauwasser, theoretischer Maximalwert105 g/m²43 g/m²32 g/m²23 g/m²
Tauwasser, Praxismessung0 g/m²0 g/m²0 g/m²0 g/m²
Austrocknung im Sommer297 g/m²274 g/m²249 g/m²225 g/m²
Feuerwiderstand (innen Gipsputz, außen gewebearmierter Kunststoffputz)ohne
Schalldämm-Maß R (beidseits Putz)Rechenwert 42 dB / Messwert 44 dB

Combielement mit Drahtsteg

Technische Daten25er31er37er43er
Wandstärke / Breite25 cm31,25 cm37,5 cm43,75 cm
MaterialNeopor der BASF, Raumgewicht 27 g/l (± 10 %), schwer entflammbar
Gewicht pro Element, ca.2.100 g2.620 g3.140 g3.660 g
Gewicht der Elemente pro m²6.720 g8.380 g10.050 g11.710 g
Wandgewicht inkl. Normalbeton, ohne Putz343 kg344 kg346 kg347 kg
Wandgewicht inkl. Normalbeton und Putz378 kg379 kg381 kg382 kg
Betonmenge140 l/m²
U-Wert W/(m²K), Wand ohne Putz0,310,190,130,11
Wandoberflächentemperatur innen bei +20 °C innen / −15 °C außen18,8 °C19,2 °C19,5 °C19,6 °C
Sommer: Wandoberflächentemperatur innen bei +60 °C Außenwand21,4 °C20,9 °C20,6 °C20,5 °C
Tauwasser, theoretischer Maximalwert105 g/m²43 g/m²32 g/m²23 g/m²
Tauwasser, Praxismessung0 g/m²0 g/m²0 g/m²0 g/m²
Austrocknung im Sommer279 g/m²274 g/m²249 g/m²225 g/m²
Feuerwiderstand (innen Gipsputz, außen gewebearmierter Kunststoffputz)F90 AB
Schalldämm-Maß R (beidseits Putz)Rechenwert 41 dB / Messwert 43 dB

Maßgeblich für Planung und Ausführung sind die jeweils gültigen Zulassungen und Handbücher des Herstellers (siehe Downloads) sowie die objektbezogene Statik.

Schallschutz

Der Gösele-Schlitz: Ruhe, die in der Wand steckt

Eine unscheinbare Fuge in der Neopor®-Schale sorgt dafür, dass isorast-Wände nicht dröhnen – entwickelt gemeinsam mit dem Bauakustiker Prof. Dr.-Ing. Karl Gösele.

Nach unserem Kenntnisstand hat kein anderes Schalungssystem am Markt diese Lösung.

Das Problem

Putz auf Hartschaum klingt wie ein Geigenkasten

Wer eine massive Wand mit Hartschaum dämmt und verputzt, baut ungewollt einen Resonanzkörper: Putz und Dämmung schwingen mit. Das trifft ausgerechnet 500 bis 1.000 Hertz – Sprache, Motoren, Maschinen. Frühere 25er-Elemente kamen dort nur auf rund 30 dB, so viel wie eine dünne Spanplatte.

Die Lösung

Der Schlitz trennt Putz und Betonkern

Eine feine, wellenförmige Fuge mitten in der Neopor®-Schale entkoppelt die Putzfläche akustisch vom Betonkern. Die Resonanz verschwindet – und mit ihr die Schall-Längsleitung von Raum zu Raum und von Geschoss zu Geschoss.

  • Betonkern
  • Neopor®-Schale
  • Schlitz
  • Innenputz
  • Schematische Draufsicht, nicht maßstäblich
Nahaufnahme der Neopor-Schale eines isorast-Elements: eine feine, wellenförmige Fuge teilt die Schale der Länge nach isorast-Element von oben mit Steg: in der Schale ist der durchgehende Gösele-Schlitz zu sehen

Der Schlitz im Original

Über 50 Prüfwände bis zur Lösung

  1. Mehrjährige ForschungUnter der Leitung von Prof. Gösele, Gründer des bauphysikalischen Instituts der Universität Stuttgart, geht es um ein Ziel: Hartschaum-Dämmung ohne Resonanz und Schall-Längsleitung.
  2. 50+ PrüfwändeIn einer Halle werden über 50 Testwände aufgebaut und vermessen, um sich an das Optimum heranzutasten.
  3. 1995Die Forschung ist abgeschlossen, daraus entstehen mehrere Patente.

Der KlopftestKlopfen Sie auf eine normal verputzte Hartschaum-Dämmung, klingt es hell und hohl. Auf einer verputzten isorast-Wand klingt es dumpf – ähnlich wie eine verputzte Mineralfaserdämmung.

Schalldämmung einer verputzten 25er-Wand, vorher und nachherSchalldämm-Maß in dB je Frequenz – höher ist leiser
  • frühere Wand ohne Schlitze
  • mit Gösele-Schlitz
Messwerte als Tabelle
Frequenzohne Schlitzemit Gösele-Schlitz
500 Hz35 dB45 dB
600 Hz36 dB54 dB
800 Hz34 dB56 dB
1.000 Hz27 dB59 dB
2.000 Hz45 dB70 dB
Gesamtwert R’w33 dB42 dB

25er-Wand mit Hartschaumsteg, beidseitig verputzt. Quelle: isorast Handbuch Technik, Kapitel Schalldämmung (PDF).

Bei 1.000 Hz
59 dB statt 27 dB
Gesamtwert 25er-Wand
+9 dB von 33 auf 42 dB
Entwicklung
50+ Prüfwände vermessen
Für Wohnungstrennwände
53 dB mit dem 25er-Schalldämmelement (Messwert)

Sicherheit

Brandverhalten

  • A1Betonkern – nicht brennbar
  • B1EPS/Neopor® – schwer entflammbar

Der tragende Kern der isorast-Wände besteht aus massivem Ortbeton und ist damit nicht brennbar (Baustoffklasse A1). Die Schalungselemente aus expandiertem Polystyrol (EPS/Neopor®) entsprechen der Baustoffklasse B1 (schwer entflammbar).

Im Brandfall übernimmt der massive Betonkern die tragende und raumabschließende Funktion. Durch die geschlossene, massive Bauweise können – abhängig von Wandstärke und Ausführung – hohe Feuerwiderstandsdauern erreicht werden. Die brandschutztechnische Klassifizierung erfolgt projektbezogen gemäß den geltenden Normen und Nachweisen.

Das Video wird erst nach Klick von YouTube geladen. Dabei werden Daten an Google übermittelt – mehr in der Datenschutzerklärung.

Alltag & Wohnklima

Die drei Fragen, die fast jeder stellt

Kann man an einer isorast-Wand Schränke aufhängen?

Ja – und das ist einfach gelöst. Leichtere Dinge halten mit speziellen Dübeln für Dämmstoff, die in die Neopor-Schale eingedreht werden. Für schwere Lasten bohrt man mit einem längeren Bohrer durch die innere Dämmschale bis in den Betonkern und verankert dort – das hält so sicher wie in einer massiven Wand. Und wo zum Beispiel die Hängeschränke der Küche hinkommen, kratzt man vor dem Innenputz oder dem Gipskarton die Dämmung an dieser Stelle aus und schraubt ein Kantholz an den Betonkern. Daran lässt sich später alles sicher befestigen.

Handbuch Montage, Kap. 11 „Befestigungen“ (PDF)

Muss eine Wand nicht „atmen“?

Das ist ein verbreiteter Irrtum. Durch eine fachgerecht gebaute Außenwand findet praktisch kein Luftaustausch statt – bei Ziegel und Holz genauso wie bei Beton. Darauf weist das Fraunhofer-Institut für Bauphysik hin. Frische Luft kommt über die Fenster oder eine Lüftungsanlage ins Haus. Wasserdampf kann die isorast-Wand trotzdem langsam durchwandern: Sie ist diffusionsoffen, wie ein Versuch im Technik-Handbuch zeigt. Bei Praxismessungen fiel in der Wand kein Tauwasser an.

Handbuch Technik, Kap. 5.8 „Diffusionsverhalten“ (PDF)

Gibt es Probleme mit Feuchtigkeit?

Bei fachgerechter Ausführung nicht. Entscheidend ist – wie bei jeder Bauweise – eine sorgfältige Abdichtung der Wände im Erdreich, vor allem beim Keller. In den ersten Monaten nach dem Betonieren gibt der Beton noch Restfeuchte ab; danach ist die Wand trocken und das Raumklima ausgeglichen.

Handbuch Montage, Abdichtung im Erdreich (PDF)

Gut zu wissen

Häufige Fragen zum isorast® Bausystem

Wie dick sind die Außenwände mit isorast?

Das isorast® Bausystem gibt es in vier Wandstärken: 25 cm, 31,25 cm, 37,5 cm und 43,75 cm. Je dicker die Wand, desto besser die Dämmung – der U-Wert des Kompaktelements reicht von 0,26 bis 0,10 W/(m²K) (Wand ohne Putz).

Brauche ich zusätzlich eine Außendämmung?

Nein. Die Schalungselemente aus Neopor bleiben nach dem Betonieren dauerhaft an der Wand und bilden innen und außen die Wärmedämmung. Eine zusätzliche Außendämmung ist nicht nötig.

Was ist der Unterschied zwischen Kompakt- und Combielement?

Das Kompaktelement hat Stege aus Hartschaum und wird als fertiges Element geliefert. Das Combielement mit Drahtsteg ist eine Art Brandwandstein – es erreicht den Feuerwiderstand F90 AB. Durch das geringere Packmaß lässt es sich einfacher transportieren und wird vor Ort zusammengesteckt.

Ist das Styropor? Was ist Neopor?

Beides sind Markennamen der BASF für Polystyrol-Hartschaum (EPS) – Styropor® wurde dort 1951 erstmals hergestellt. Neopor® ist die Weiterentwicklung: Ihm sind Graphitteilchen beigemischt, die einen Teil der Wärmestrahlung reflektieren und aufnehmen. Daher die graue Farbe – und eine um 12 bis 18 % geringere Wärmeleitfähigkeit als bei weißem EPS gleicher Dichte (Angabe BASF). Die isorast-Elemente bestehen aus Neopor mit einem Raumgewicht von 27 g/l, sind schwer entflammbar (B1) und werden seit 2015 HBCD-frei hergestellt.

Wie gut ist der Schallschutz?

Eine beidseitig verputzte Wand mit dem Kompaktelement erreicht ein Schalldämm-Maß von 44 dB (Messwert, Rechenwert 42 dB), mit dem Combielement 43 dB (Rechenwert 41 dB). Dass die Neopor®-Schale dabei nicht wie ein Resonanzkörper mitschwingt, verhindern feine Schlitze in der Schale – der Gösele-Schlitz. Für Wohnungstrennwände gibt es das 25er-Schalldämmelement mit 53 dB (Messwert).

Brennt die Dämmung?

Der tragende Kern besteht aus Beton und ist nicht brennbar (Baustoffklasse A1). Die Schalungselemente aus EPS/Neopor® sind schwer entflammbar (B1). Im Brandfall übernimmt der Betonkern die tragende Funktion – wie sich isorast im Brandversuch verhält, zeigt das Video auf dieser Seite.

Kann man mit isorast auch Garagen, Gewerbebauten oder Mehrfamilienhäuser bauen?

Ja. Mit dem isorast® Bausystem wurden bereits Garagen, Gewerbebauten und Mehrfamilienhäuser errichtet – sogar Pools. Dabei gilt dasselbe wie beim Hausbau: Die Elemente werden gesteckt, nach Statik bewehrt und mit Beton verfüllt.

Beratung und Systemlieferung

Sie planen ein Bauvorhaben mit isorast?

Die M&S Bausatzvertrieb GmbH ist Handelspartner für das isorast Bausystem und unterstützt Bauherren, Planer und Verarbeiter bei der Auswahl und Umsetzung des Systems. Unser Leistungsumfang umfasst die Beratung, die Lieferung der Systemkomponenten sowie die technische Unterstützung bei der Ausführung. Die statische Planung und Bemessung erfolgt projektbezogen durch einen qualifizierten Fachplaner.

Gerne beraten wir Sie zu Einsatzmöglichkeiten, Systemvarianten und Materialbedarf Ihres Projekts.

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